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Kultur- und Umwelttechnik Naturgefahren Altlasten Bodenschutz UVB, UVP

Naturgefahren – Gefahrenkarten – Raumplanung

Bauliche Massnahmen vermindern das Gefahrenpotential
Raumplanerische Massnahmen vermindern das Schadenpotential

Nutzungen müssen sich zukünftg den natürlichen Gegebenheiten anpassen. Nur dort, wo raumplanerische Massnahmen nicht mehr greifen können, sollen bautechnische Massnahmen das Gefahrenpotential verhindern. Der verantwortungsvolle Umgang mit Naturgefahren erfordert desshalb zuerst ihre bewusste Wahrnehmung!

 

Naturgefahren wie Hochwasser, Murgang, Steinschlag, Rutschungen, Lawinen und Erdbeben treten in der Regel nur kurzzeitig und bei ausserordentlichen Bedingungen auf. Wie die zahlreichen Naturkatastrophen der letzten Jahre im In- und Ausland gezeigt haben, bilden sie aber eine ständige, ernst zu nehmende Bedrohung für die Menschen und für ihren Kulturraum.

Die Gesetzgebung des Bundes fordert, dass die von den Naturgefahren ausgehende Gefährdung identifiziert, lokalisiert und quantifiziert wird und in der Raumplanung in angemessener Weise Berücksichtigung findet. Die dafür vorgesehenen Instrumente sind die Gefahrenhinweiskarte, die Gefahrenkarte und die Risikoanalyse.

Die Gefahrenkarte als Grundlage für die soziale, ökologische und wirtschaftliche Entwicklung

Die Gefahrenkarte stellt die Gefährdung in fünf Gefahrenstufen dar, welche eine Funktion einerseits der Wahrscheinlichkeit und andererseits der Intensität eines schädigenden Prozesses ist (Überflutungstiefe, Übersarungshöhe, Erosions-tiefe, Sturzenergie, Rutschungsgeschwindigkeit usw.):

Rote Zone: Erhebliche Gefährdung, Verbotsbereich: Die Ereignisse treten entweder sehr häufig oder in einer so starken Intensität auf, dass Personen sowohl inner- wie ausserhalb von Gebäuden gefährdet sind. In diesen Bereichen sollen keine Bauten und Anlagen erstellt oder erweitert werden. Blaue Zone: Mittlere Gefährdung, Gebotsbereich: Es können erhebliche Schäden an Gebäuden und Infrastruktur entstehen. In diesen Gebieten sind Bauten unter schadensmindernden Massnahmen erlaubt. Es sollen aber keine neuen Bauzonen ausgeschieden werden.
Gelbe Zone: Geringe Gefährdung, Hinweisbereich: Personen und Gebäude sind kaum gefährdet. Innerhalb der Gebäude kann jedoch ein erheblicher Schaden an Einrichtungen und Fahrhabe entstehen. Objektschutzmassnahmen sind empfehlenswert.

Gelb-weiss gestreifte Zone: Restgefährdung: Es ist nur noch mit sehr seltenen Extremereignissen zu rechnen.

Weisse Zone: Nach heutigem Kenntnisstand ist keine oder nur eine vernachlässigbare Gefährdung vorhanden.

Als Vorstufe zur eigentlichen Gefahrenkarte kann eine Gefahrenhinweiskarte erstellt werden. Diese unterscheidet mit kleinerem Untersuchungsaufwand die potentiell gefährdeten Gebiete von den weissen Zonen. Erstere werden ohne Angabe von Intensitäten, Jährlichkeiten und Gefahrenstufen angegeben.

Warum 2d-Modelle in flachen Überflutungsgebieten?

Während im steilen Gebiet die Intensitäten der Überflutung und Übersarung mit einer Geländebeurteilung oder sogar aufgrund der Landeskarte meist gut abgrenzbar sind, stellt sich in der flachen Ebene oft die Frage, ob eine hydraulische 2d-Modellierung notwendig ist. Hier werden die Fliesswege bereits von kleinen, auf der Karte nicht sichtbaren Geländestrukturen massgeblich beeinflusst. Die Überflutungsausdehnung und Intensität können mit konventionellen Methoden nicht zuverlässig bestimmt werden, weshalb damit erfahrungsgemäss eher zu grosse und zu hohe Gefahrenzonen ausgeschieden werden (Man bleibt auf der "sicheren Seite"):

konventionell erstellte Gefahrenkarte.Zu grosse Gefahrenzonen können aber unter Umständen ernste Konsequenzen z.B. für die weitere bauliche Entwicklung der Gemeinden nach sich ziehen. In flachen Gebieten mit vorhandenem Schadenpotential ist eine 2d-Modellierung trotz des höheren Aufwands für die Erstellung der Topografie und des Modells unbedingt zu empfehlen. Nur die eine zuverlässige Abgrenzung der Überflutung sowie der Intensitäten ermöglicht eine genaue Abgrenzung.

modellierte Gefahrenkarte.Die Gefährdung kann damit realistisch und ohne "Sicherheitszuschlag" dargestellt werden. Die Bauentwicklung wird nicht in ungerechtfertigter Weise durch zu grosse und zu hohe Gefahrenzonen behindert.

Die Beurteilungsgrundlagen in der Schweiz 
Dreifelderdiagramm bei Gefahrenbeurteilungen.

Die Raumplanung als modernes Instrument zur Verminderung des Schadenptentials

Sowohl Schutzansprüche wie auch das Schadenpotential steigen viel zu rasch an, um den Naturgefahren nur mit Schutzbauten begegnen zu können. Ein modernes Instrument zur Förderung raumwirksamer Tätigkeiten im Umgang mit Naturgefahren ist das Erstellen von Gefahrenhinweis- und Gefahrenkarten.

Gefahrenhinweis- und Gefahrenkarten sind für sich selbst noch nicht rechtsverbindlich, sondern werden dies erst im Rahmen der Genehmigung der Richt- und Nutzungsplanung.

Der kantonale Richtplan liefert richtungsweisende Festlegungen und Anweisungen zum weiteren Vorgehen. Im Sachbereich Naturgefahren liefert die Gefahrenhinweiskarte die Grundlage, wo welche Gefahr vorhanden resp. nicht vorhanden ist.

Im kommunalen Nutzungsplan liefert die Gefahrenkarte die parzellengenauen Angaben über Gefahrenart und Gefahrenstufe gemäss dem oben dargestellten Diagramm. Die rechtsverbindliche Umsetzung der Gefahrenkarte erfolgt im Zonenplan und dem Baureglement.


Weiterführende Literatur  

Logo Buch.Folgende Artikel und Methodenpapiere sind im Bereich Naturgefahren und Risikoanalysen als pdf-Datei zum Download verfügbar:

Logo pdf. Überlagerung von Szenarien

Logo pdf. Gefahrenbeurteilung an Talgewässern

Logo pdf. Gefahrenkarte Ennetmoos

Update vom 23.07.2004

 

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Logo Info. Wir unterstützen Sie bei folgenden Leistungen

Neben unseren umfassenden Ressourcen an Arbeits- und Berechnungswerkzeugen legen wir Wert auf eine sorgfältige Erarbeitung der Grundlagen unter Miteinbezug von Feldbegehungen und Geländeanalysen. Für die Erstellung von Gefahrenkarten wenden wir die folgenden Vorgehensschritte an:

Knopf. Erarbeitung der hydrologischen, hydraulischen, geschiebetechnischen und topografischen Grundlagen sowie die umfassende Ermittlung aller relevanten Szenarien (Wo kann was wie oft ausbrechen?). Eine unsorgfältige und unvollständige Untersuchung führt zu groben und oft falschen Resultaten.

Knopf. Abschätzung der Wahrscheinlichkeit der Szenarien sowie ihrer Überlagerung.

Knopf. Ermittlung der Intensitäten im Schadensgebiet: Hier legen wir Wert auf die Anwendung der jeweils geeigneten und angemessenen Berechnungs- und Modellierungswerkzeuge.

Knopf. Erstellung der Gefahrenkarte durch GIS-basierte Abgrenzung der Gefahrenstufen aus der Überschneidung der Intensitäten mit verschiedener Jährlichkeit.

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