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Wasserwirtschaft. Hochwasserschutz. Geschiebehaushalt. Gew‚sser‡kologie. Risikoanalysen. Modellierungen.

Gewässerökologie

Ökologisch intakte Gewässer sind Grundpfeiler eines stabilen Naturhaushalts. Sie sind die Lebensadern unserer Landschaft und prägen das Landschaftsbild. Die gewässerökologischen Untersuchungen dienen der Charakterisierung und Beurteilung eines Gewässers und bilden einen wichtigen Bestandteil für die Ausarbeitung von integralen und nachhaltigen Massnahmen- und Entwicklungskonzepten im naturnahen Wasserbau.

 

Fliessgewässer sind offene Oekosysteme

Fliessgewässer sind offene Oekosysteme, welche einerseits sehr stark dem Einfluss ihrer Umgebung unterliegen und andererseits auch ihre Umgebung beeinflussen.

Um dies zu veranschaulichen, kann man die Wechselwirkungen des Fliessgewässers mit der Umgebung in drei räumliche Dimensionen beschreiben:

Längsvernetzung

Von der Quelle bis zur Mündung verändern sich die Umweltbedingungen kontinuierlich. So beispielsweise das Sohlengefälle, das Sohlensubstrat, das Abfluss- und Geschieberegime, die Wassertemperatur, der Stoffhaushalt etc.. Infolge der sich verändernden Lebensraumbedingungen stellen sich in der Längsachse unterschiedliche Lebensgemeinschaften ein. Hier am Beispiel eines idealisierten Grundschemas für Fische:

L
Ä
N
G
S
V
E
R
N
E
T
Z
U
N
G

Schema Längsvernetzung.
Region Forellenregion Aeschenregion Barbenregion Brachsenregion
Leitfischart

Bachforelle
Foto Bachforelle.

Aesche
Foto Aesche.
Barbe
Foto Barbe.
Brachse
Foto Brachse.
Begleitarten

Groppe, Elritze, Schmerle, Bachneunauge

Nase, Strömer, Hasel Alet, Schneider Laube, Rotfeder, Rotauge, Aal, Barsch, Hecht, Wels, Trüsche

Umlandvernetzung

Schema Umlandvernetzung.Der Austausch von Organismen, Material und Energie in horizontaler Richtung wie auch die Ausbildung der gewässerbegleitenden Vegetation wird zu einem wesentlichen Teil durch die schwankenden Wasserstände und Abflussintensitäten bestimmt. Nahe am Gewässer gelegene Lebensräume werden von den Hochwassern verjüngt, die weiter vom Fluss entfernten Lebensräume sind stabiler und passen sich langsam den Standortbedingungen an. So entsteht ein buntes Mosaik aus jungen und alten Lebensräumen, welche eine unvergleichlich grosse Vielfalt an Tieren- und Pflanzenarten beherbergen.

Vertikale Vernetzung

Schema vertikale Vernetzung.Bei allen Fliessgewässern, welche auf einem wasserdurchlässigen Untergrund verlaufen, bildet sich unterhalb der Gewässersohle ein vom Flusswasser beeinflusster Bereich aus. Dieses sogenannte Interstitial hat eine wichtige Funktion im Stoffhaushalt des Fliessgewässers und Grundwassers, und hier findet ein Teil des Entwicklungszyklus vieler Fliesswassertiere statt.

Die Wechselwirkungen zwischen dem Fliessgewässer und seiner Umgebung sowie die Gegebenheiten in den einzelnen Biotopen sind sehr starken zeitlichen Veränderungen unterworfen. Daher wird bei einer mehrdimensionalen Betrachtung der Fliessgewässer auch die zeitliche Komponente in Form der Abfluss- und Feststoffdynamik berücksichtigt.

Ökologische Beurteilung und Bewertung von Fliessgewässern

Die ökologische Funktionsfähigkeit eines Fliessgewässers wird durch den Landbedarf und die Gewässernutzung verändert. Dies hat oft zur Folge, dass die Wechselwirkungen zwischen Gewässer und Umland, Oberflächengewässer und Grundwasser sowie die Durchgängigkeit in Längsrichtung beeinträchtigt oder vollständig unterbunden wird.

Es ist uns ein zentrales Anliegen, alle von uns geplanten wasserbaulichen Massnahmen jeweils nach den neusten Kenntnissen im ökologischen Wasserbau auszuführen. Damit die ökologischen Massnahmen nicht nur schön aussehen sondern auch ihr Ziel - die Erhöhung der ökologischen Funktionsfähigkeit – erreichen, wird immer der heutige Zustand erhoben und eine Bewertung mittels Referenzzustand durchgeführt. Der Detaillierungsgrad der Zustandsbeurteilung wird praxisgerecht an das jeweilige Projekt angepasst, so dass die Untersuchung mit einem vertretbaren Aufwand durchgeführt werden kann.

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Logo Info. Wussten Sie, dass:

Knopf. alle oberirdischen Gewässer samt Sohle, Ufer, Böschung, Pflanzen und Tieren geschützt sind?

Knopf. es verboten ist, entlang der Gewässer in einer Pufferzone von 3 Metern, Dünger oder Pflanzenbehandlungsmittel auszutragen?

Knopf. der minimale Raum, welcher einem Gewässer zusteht, beidufrig mindestens 5 m betragen muss?


Gesetzliche Verankerung des Gewässerschutzes

Logo pdf. Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (1991)

Logo pdf. Revidierte Gewässerschutzverordnung (1998)

Gesetz und Verordnung haben zum Ziel, Fliessgewässer ihre elementare Funktion als Lebensraum für Pflanzen und Tiere erfüllen zu lassen.

Mit anderen Worten:

-> Lebensgemeinschaften sollen eine Vielfalt und Häufigkeit aufweisen, die typisch sind für den nicht oder nur schwach anthropogen beeinflussten Zustand des Gewässers.

-> Es sollen sich selbst reproduzierende und regulierende Lebensgemeinschaften von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen – sowohl im Gewässer selbst, als auch in seinem unmittelbaren Umland – ausbilden können.


Einige Begriffserklärungen:

Gewässerökomorphologie: Der Begriff Gewässerökomorphologie umfasst die Gesamtheit der strukturellen Gegebenheiten im und am Gewässer.

Oekologische Funktionsfähigkeit: Fähigkeit zur Aufrechterhaltung des Wirkungsgefüges zwischen dem in einem Gewässer und seinem Umland gegebenen Lebensraum und seiner organismischen Besiedlung entsprechend der natürlichen Ausprägung des betreffenden Gewässertyps.

Makroinvertebraten: Der Begriff Makroinvertebraten bezeichnet die wirbellosen, tierischen Organismen, welche von Auge noch erkennbar sind. Die wichtigsten Vertreter in Fliessgewässern sind: Insekten und ihre Larven, Krebse, Würmer, Egel, Schnecken, Muscheln und Milben. Dieser Organismengruppe kommt im Fliessgewässer grosse Bedeutung zu. Einerseits reduzieren sie durch Frass die Bewuchsdichte von Algen und höheren Wasserpflanzen auf der Gewässersohle und tragen wesentlich zum Abbbau von Laub bei, welches ins Gewässer fällt. Andererseits stellen sie die Hauptnahrungsquelle unserer Fische in den Fliessgewässern dar.


Update vom 27.04.2003

 

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