Naturgefahren wie Hochwasser, Murgang, Steinschlag, Rutschungen, Lawinen und Erdbeben treten in der Regel nur kurzzeitig und bei ausserordentlichen Bedingungen auf. Wie die zahlreichen Naturkatastrophen der letzten Jahre im In- und Ausland gezeigt haben, bilden sie aber eine ständige, ernst zu nehmende Bedrohung für die Menschen und für ihren Kulturraum; nicht nur in den Bergen, sondern gerade auch in ebenen Gebieten.
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RisikoanalyseRisikoanalysen können sowohl zusammen mit Gefahrenkarten wie auch für Hochwasserschutzprojekte erarbeitet werden. Sie zeigen auf, ob das in einem Gebiet vorhandene Risiko tolerierbar ist oder ob es mittels geeigneter raumplanerischer oder wasserbaulicher Massnahmen reduziert werden muss. Der entsprechende Entscheid ist letztendlich von politischer Natur und muss von den beteiligten Behörden getragen werden. Eine Risikoanalyse kann auf folgenden beiden Ebenen durchgeführt werden:
Je nach Bedürfnis des Auftraggebers können wir dafür eher einfache und übersichtliche oder auch komplexere und detailliertere Vorgehensmethoden anwenden. Schutzziele und SchutzdefiziteDie Schutzziele werden im Rahmen des differenzierten Hochwasserschutzes gemeinsam mit den politischen Entscheidungsträgern festgelegt. Für die unterschiedlichen Objektkategorien werden die Ereignismarken festgelegt, bis zu denen ein absoluter Schutz oder ein beschränkter Schutz (d.h. geringe Schäden zugelassen) zu gewährleisten ist. Die Schutzdefizite, d.h. die Gebiete und Objekte, bei denen der Hochwasserschutz ungenügend ist, ergeben sich nach dem GIS-unterstützten Verschnitt der Schutzziele mit der Gefährdungssituation. Die Schwere des jeweiligen Schutzdefizits kann je nach den Bdürfnissen in einfacher oder komplexer Weise ausgewiesen werden. Schadenpotential und monetäre RisikenDer von einer Naturkatastrophe potentiell verursachte volkswirtschaftliche Schaden kann mit Hilfe von Schadensmittelwerten monetär abgeschätzt werden. Das Schadenpotential ist dabei von der Intensität und Ausdehnung des Ereignisses abhängig. Grossereignisse können einen Gesamtschaden von Dutzenden bis Hunderten von Millionen Franken annehmen. Das monetäre Risiko ergibt sich durch Verknüpfung des Schadenpotentials mit der Ereignishäufigkeit. Auch hier gibt es unterschiedlich komplexe Auswertemethoden. Ein interessantes Resultat ist beispielsweise der mittlere Schadenerwartungswert pro Jahr oder pro Lebensdauer der Hochwasserschutzbauten. Diese Zahlen erlauben einen Vergleich der Kosten und des Nutzens von Hochwasserschutzmassnahmen auch auf finanzieller Ebene.
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